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Gemeinsam im Engagement für persönliche Freiheit weltweit

Gemeinsam im Engagement für persönliche Freiheit weltweit Mario Vargas Llosa durante evento de la FNF en Caracas

Der 1936 in Arequipa, der zweitgrößten Stadt Perus, geborene Schriftsteller ist wie viele lateinamerikanische Intellektuelle geprägt durch die krassen Unterschiede und Lebensrealitäten seines Kontinents.




Die Erfahrung von Armut, Gewalt und Diktaturen in Lateinamerika machten ihn zunächst zu einem begeisterten Anhänger der kubanischen Revolution und ihrer sozialistischen Ideologie – eine politische Überzeugung, die er zunächst mit seinem kolumbianischen Freund, dem Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez teilte. Diese Freundschaft zerbrach, wohl nicht nur wegen des schon legendären privaten Streites zwischen den beiden, der damit endete, dass Vargas Llosa dem Kolumbianer ein Veilchen schlug (Beide Kontrahenten haben sich nach diesem Vorfall vor 30 Jahren nie wieder dazu geäußert), sondern auch deshalb, weil er sich sehr schnell von einem begeisterten Sozialisten zu einem bekennenden Liberalen wandelte. – Jede Art von Intoleranz und autoritärer Politik sind ihm ein Greuel, ganz egal unter welchem Etikett.

 


Politisches Engagement


Vargas Llosa beschrieb aber nicht nur in seinen literarischen Werken die krasse Realität, Gewalt und Doppelmoral, die in Lateinamerika herrscht, sondern engagierte sich immer auch politisch für die Würde und Entfaltungsmöglichkeiten des einzelnen: 1987 war er Mitbegründer des Movimiento Libertad (Freiheitsbewegung) und wurde bald zum Vorsitzenden der Partei, die sich für Marktwirtschaft, Schutz des Privateigentums und Rechtsstaatlichkeit einsetzte. 1990 trat Vargas Llosa bei den peruanischen Präsidentschaftswahlen als Kandidat des Mitte-Rechts Bündnisses FREDEMO an.Die Stiftung für die Freiheit unterstützte ihn in seinem politischen Engagement in dieser gefährlichen Zeit, als die Terroristen des Leuchtenden Pfades (Sendero Luminoso) das öffentliche Leben in Lima praktisch zum Erliegen brachten.


Der damalige Projektleiter der Stiftung in Peru, Harald Klein, organisierte Trainings für Vargas Llosa und seine Partei – mit schwerbewaffneten Soldaten auf dem Dach, um die Teilnehmer gegen mögliche Terror-Attacken zu schützen. Während Vargas Llosa im ersten Wahlgang mit 34 Prozent noch deutlich in Führung lag, verlor er im zweiten Wahlgang gegen den damals noch unbekannten Agrar-Ingenieur Alberto Fujimori. Sein Wirtschaftsprogramm, das seinen Schwerpunkt auf Privatisierung, Freihandel, Schutz des Privateigentums und Einsparungen im öffentlichen Sektor legte, um die horrende Staatsverschuldung zu bekämpfen, hatte wohl vor allem unter den ärmeren Peruanern Ängste geweckt. Hätte der Literat Vargas Llosa und nicht der Agronom Fujimori 1990 die Wahlen in Peru gewonnen, wäre die politische Entwicklung des Landes sicherlich anders verlaufen…

 

Als 1991 unter Fujimori das Parlament – und auch Vargas Llosa`s Partei – aufgelöst wurden, gründete er im damaligen Projektbüro der Stiftung für die Freiheit das Instituto del Ciudadano (Institut des Bürgers), das sich die Ausbildung von liberal gesinnten Führungsnachwuchskräften für Verwaltung und Politik zum Ziel gesetzt hatte. Zahlreiche einflussreiche Führungskräfte, die heute in Politik, Wirtschaft und Verwaltung Peru`s aktiv sind, gingen aus diesem Institut hervor.

 

 Vargas Llosa en evento de FNF en Caracas 1

 

Verteidiger der Freiheitsrechte


Der prominente, politisch engagierte Schriftsteller polarisiert bis heute die politischen Lager.  Zwar hat er sich aus der aktiven Parteipolitik nach seiner Wahlniederlage zurückgezogen, aber trotzdem setzt er seine Popularität und Bekanntheit immer noch gezielt und gerne für die Verteidigung der politischen und persönlichen Freiheitsrechte ein. Für linke Aktivisten ist er deshalb das berühmte rote Tuch.


Als Vargas Llosa 2008 auf dem Jahreskongress des von der Stiftung für die Freiheit massgeblich unterstützten Liberalen Netzwerkes für Lateinamerika Relial  in Rosario (Argentinien) als Hauptredner auftrat, wurden die Busse, in denen er und die anreisenden Ehrengäste wie der ehemalige spanische Minsterpräsident Aznar und der Stiftungsvorsitzende Wolfgang Gerhardt saßen, von radikalen Anhängern Kubas und Venezuelas mit Farbbeuteln und Steinen angegriffen. Als er 2009 auf dem Kongress des Netzwerkes Relial in Caracas auftrat, forderte er den damaligen Staatschef Hugo Chávez zu einem Streitgespräch heraus. – Chávez lehnte die direkte Diskussion ab. Dafür schickte er aber Partei-Aktivisten, die den Eingang des Konferenzhotels belagerten und die Kongressteilnehmer beschimpften und einschüchterten. Dies hat den Literaturnobelpreisträger (2010) aber nicht davon abgehalten, sich konsequent für die Freiheitsrechte in Venezuela einzusetzen. Als 2014 in Venezuela die Studenten auf die Strasse gingen, um für eine bessere akademische Ausbildung und ihre Freiheitsrechte zu demonstrieren, reiste er wieder demonstrativ nach Caracas  und nutzte seine Bekanntheit, um in den Medien auf die  desaströsen wirtschaftlichen und politischen Zustände hinzuweisen. Von der Stiftung für die Freiheit und dem liberale Netzwerk Relial nahmen an dieser Veranstaltung ebenfalls offizielle Vertreter teil, um die Einhaltung der demokratischen Freiheitsrechte einzufordern.

 

Das kompromisslose Engagement des Literaturnobelpreisträgers, der auch persönliches Risiko nicht scheut, hat die Stiftung 2008 gewürdigt und ihm in der Paulskirche ihren Freiheitspreis verliehen. Mario Vargas Llosa – bis heute ein unbequemer Mahner und kompromissloser Anwalt für persönliche Freiheit und Selbstbestimmung.

 


Birgit Lamm ist Leiterin des Stiftungsbüros in Mexiko City.

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